Fußschmerz
Schmerz /
Schmerzen in der Fersenregion
Ein Fu ß
besteht aus
Schmerzen können in allen drei Abschnitten auftreten oder auch alle drei Anteile betreffen. |
Neben dem "normalen" Fu ß gibt es noch zwei interessante Varianten:
Der griechische Fu ß - dabei ist die 1. Zehe kürzer als die 2., aber länger als die 3. - und
der chinesische Fu ß, dieser ist durch frühkindliche Bandagierung verformt ist, in dem die die Zehen 2 - 5 extrem sohlenwärts gebogen sind. Die Variante führt in späteren Jahren häufig zu einem chronischen Fußschmerz.
Die häufigste (harmlose) Ursache für einen Fußschmerz ist sicherlich ein Senkfuß (= Abflachung des Fu ßlängsgewölbes), Spreizfuß (= Fu ßfehlform mit Einsinken des Fu ßquergewölbes) oder der Sen k-Spreizfuß. Die Behandlung besteht in einer Verordnung entsprechender Schuheinlagen.
Fußschmerz in der Fersenregion hervorgerufen durch einen Fersensporn:
Als hinterer Fersensporn wird ein dornartiger Knochen auswuchs (Exostose) am bzw. vor dem Achillessehne nansatz bezeichnet; für den oberen Fersensporn verwendet man den Begriff "Haglund Ferse" (Haglund-Exostose oder auch Hohe Ferse). Beim unteren Fersenspor n (auch plantarer Fersensporn (= die Fußsohle betreffender) genannt) befindet sich die Exos tose an der Unterseite des Tuber calcanei (= Fersenbein höcker). Dann gibt es noch den "Aponeurosensporn" (= Sporn an einer Sehnen platte) am Ursprung der kleinen Fu ß muskeln und weiter vorne den "Ligamentsporn" (= Sporn an einem Gewebsband) als Überlastungsschaden infolge Senkung des Fu ßgewölbes.
Weitere möglichen Ursachen für einen Fußschmerz in der Fersen region:
Patienten mit einem Fußschmerz kommen meist erst zum
Schmerztherapeuten, wenn ein chirurgischer Behandlungsversuch (z.B. Abtragung
der Exostose
(= Knochenauswuchs))
oder eine Behandlung mit Röntgenstrahlen keine Schmerzlinderung brachte.
Manchmal ist in diesen Fällen eine deutliche Besserung durch die Iontophorese
(= Einbringen eines Arzneimittels durch die Haut mittels elektrischem Strom)
(z.B. mit
Diclofenac) zu erzielen. Auch eine
Magnetfeldtherapie
(pulsierende
Signaltherapie)
kann hilfreich sein.
Mit der
therapeutischen
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika)
kann das
Schmerzproblem oft
erfolgreich gelöst werden. Die Infiltration mit einem
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel)
(auch mit Kortikoidzusatz) ist allerdings relativ schmerzhaft und eignet sich
deshalb kaum zur serienmäßigen, wiederholten Anwendung.
Besser sind wiederholte Blockaden des N. ischiadicus, in hartnäckigen Fällen
optimal kontinuierlich mit Katheter (*siehe unten).
Bei der sog. Achillodynie handelt es sich um vor allem bei Belastung des Beine s auftretende Fußschmerzen im Fersenbereich, wobei die Ach illessehne und der darunter liegende Schleimbeutel beteiligt sind, z.B. bei Periostitis calcanei (= Knochenhautentzündung des Fersenbeins) oder Achillobursit is (= En tzündung des Schleimbeutels zwischen Fersenbei n und Achilless ehne) als Unfallfolge.
(Hinteres)
Tarsaltunnel-Syndrom
Dorsal
(= hinter) und kaudal
(= unterhalb) des Fu ßinnenknöchels
verläuft der Nerv tibialis posterior in einem Kanal (Ta rsaltunnel),
bedeckt vom Retinaculum musculorum flexorum
(= ein Halteband). Ein örtlicher Kompressionsschaden
des Nervs führt zum
Tarsaltunnelsyndrom.
Neben Fußschmerzen und
Parästhesien
(= Mißempfindungen) im Bereich der (eher hinteren)
Fußsohle,
vor allem beim Gehen und nachts, kommt es im weiteren Verlauf auch zu sensiblen
(= die Empfindung betreffende)
und motorischen (= die Muskeltätigkeit
betreffende) Ausfällen. In typischer Weise besteht ein
Druckschmerz hinter dem Malleolus (=
Fu ßknöchel).
Therapie:
Druckentlastung, operative Spaltung des Retinaculums
(= Halteband) oder auch operative
Neurolyse
(=
Nerven
freilegung).
Verbleibt dennoch weiterhin ein Fußschmerz (chronischer) sind im Rahmen der therapeutischen
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika) wiederholte Blockaden des Nervus ischiadicus
hilfreich, optimal kontinuierlich mit Katheter (*siehe unten).
(Vorderes) Tarsaltunnels yndrom
Es handelt sich um ein
Kompressionssyndrom, genauer
gesagt um ein
Nervenkompressionssyndrom (=
durch Druck, Einengung entstandene Krankheitszeichen)
des Nervus peroneus profundus. Dieser Nerv zieht unter dem
Muskel
extensor
digitorum longus in die Tiefe des Streckerfaches und gelangt am oberen
Sprunggelenk
auf den
Fußrücken
und wird hier vom Ligamentum cruciatum (=
Kreuzband am Fu ßrücken) bedeckt.
Eine Kompression
(= Druck, Einengung) in
diesem Bereich (z.B. durch enges Schuhwerk) führt zu Schmerzen am Fu ßrücken.
In typischer Weise verstärken sich die Schmerzen bei Druck auf das Ligamentum.
Therapie:
Druckentlastung
Bei einem persistierenden (=
weiter bestehenden) Fußschmerz
sind ebenfalls wiederholte Blockaden des Nervus ischiadicus hilfreich,
optimal kontinuierlich mit Katheter (*siehe unten).
Bei der
Morton Neuralgie
handelt es sich um ein Kompressionss yndrom (=
ein Krankheitszeichen, das durch mechanischen Druck entsteht) der
Plantarnerven (Nn. plantaris medialis et lateralis) (=
Nerven
im Bereich der vorderen Fußs ohle).
Beklagt werden vorwiegend brennende, teilweise anfallsartig auftretende
Fußschmerzen im Bereich der vorderen
Mittelfuß
knochen mit Ausstrahlung in die Nachbar
zehe n. Druck auf die (mehr
vordere) Fu ßsohle
wirkt schmerzauslösend bzw. deutlich schmerzverstärkend.
Ursächlich ist eine durch mechanischem Druck verursachte Nervenreizung, hpts.
bei Sen k-/Sp reizfuß. Dabei kommt es zu einer spindelförmigen Auftreibung der
beteiligten Nerven, hervorgerufen durch eine Fibrose (=
krankhafter Bindegewebsvermehrung infolge einer Durchblutungsstörung)
in den beteiligten Blutgefäßen.
Therapie bei Mor ton-
Neuralgie:
Zunächst wird der
Orthopäde bei Sen k-/Sp reizfuß geeignete Schuheinlagen verordnen.
Falls zur Behandlung dieser
Metatarsalgie die Verordnung von Schmerzmitteln notwendig wird,
können sog. nichtsteroidale Antirheumatika
(NSAIDs) versucht werden, möglichst
langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint bei dieser Wirkstoffgruppe das Herzinfarkt- und
Schlaganfallrisiko erhöht zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Zusätzlich
Keltican® (= ein Mittel, das
Nervenschäden z.T.
wieder regenerieren kann).
Bei eher anfallsartigen
Beschwerdecharakter im Sinne einer echten
Neuralgie
ist die Verordnung eines Antikonvulsivums (=
ein Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei anfallsartigen Fußschmerzen wirksam)
angezeigt. Das Mittel der Wahl ist Carbamazepin (z.B. Tegretal®), öfters sind Gabapentin (Neurontin®) oder Pregabalin (Lyrica®) besser wirksam. Die
Kombination mit Baclofen (z.B. Lioresal®) hilft Carbamazepin oder Gabapentin
bzw. Pregabalin
einzusparen.
Leider erweist sich die Mor ton-Neuralg ie trotz dieser
Maßnahmen bisweilen als sehr hartnäckig. In diesen Fällen ist die
therapeutische
Lokalanästhesie
in Form von wiederholten Betäubungen
des Nervus tibialis (zwischen Innenknöchel und Ach illessehne) mit jeweils 2-3
ml z.B. Bupivacain 0,25-0,5% hilfreich.
Bei weiter bestehenden, chronische n
Fußschmerzen kommt
bei der Mor ton-Neuralg ie als nächst höhere Therapiestufe die
kontinuierliche
Blockade des
Ischias
nervs (= dieser Nerv versorgt auch die
Fußs ohle) mit Katheter (*siehe unten) mit gutem Erfolg zum Einsatz.
Auch der
Morbus Sudeck kann zu
einem heftigen Fußschmerz führen.
Zu einem
Morbus Sudeck
(auch als
Sudeck Dystrophie,
Sudeck Atrophie oder
komplexes
regionales Schmerzsyndrom Typ I bezeichnet)
kann es nach jeder
Arm -
oder
Bein verletzungen kommen. Die Pathogenese
(= Krankheitsentwicklung)
ist unbekannt. Die Patienten klagen über diffuse, heftige und
brennende
Schmerzen, ähnlich wie bei einer
Kausalgie
(Komplexes
regionales Schmerzsyndrom Typ II)
(=
Schmerzen
nach
Nervenverletzung).
Aufgrund der Zirkulationsstörung sind die betroffenen Partien meist bläulich
livide verfärbt und ödematös (=
aufgequollen)
verändert. Beteiligte
Gelenk e versteifen.
Die Art der Gewebsveränderung läßt
an eine lokal begrenzte vegetative Entgleisung denken (Debrunner 1988). Besonders gravierend ist diese Krankheit im Bereich der
Hand, weil sie dort
häufig zur Invalidität führt.
Auf dem Röntgenbild sieht man eine typische,
fleckige
Osteoporose. Im Bereich der unteren
Extremität
tritt die
Sudeck Dystrophie bevorzugt im Bereich der
Hüfte,
des
Knie
s und des Fu
ßes auf.
Weitere Informationen zu dieser
Erkrankung erhalten Sie hier:
www.sudeck-krankheit.de
Fußschmerz bei Morbus Köhler (Typ I und II)
Der Vollständigkeit halber seien noch die Fußschmerzen bei der Erythromelalgie (auch als Erythermalgie, oder Erythrothermalgie bezeichnet)erwähnt, gekennzeichnet durch brennende, schmerzhafte Sensationen im Bereich der Füße, aber auch Hände. Wärme verstärkt die Beschwerden. Die Schmerzbereiche sind häufig gerötet, teilweise aber auch zyanotisch (= bläulich verfärbt), was dann zu einer Verwechslung mit dem Morbus Raynaud (Raynaud Syndrom, Raynaud Krankheit) führen kann. Manchmal treten auch Ödeme (= krankhafte Flüssigkeitsansammlungen) auf.
* Bei der
kontinuierlichen Blockade des Nervus
ischiadicus wird ein dünner Kunststoffschlauch von der Oberschenkel
rückseite her dicht an den Nerv eingeführt. Die Einpflanzung
erfolgt nahezu schmerzfrei durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß
also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter
mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche
Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann
zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch
auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel
wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei
gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend
krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Nach längerer
Therapiedauer (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in den meisten Fällen deutliche
Schmerzlinderung, oft aber auch Schmerzfreiheit.
Dieser anhaltende Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf zurückzuführen,
daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen
sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert.
Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die
durch entzündliche oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte)
Prozesse entstanden sind, hilfreich ist.
Gleiches gilt für auch Schmerzen im Rahmen einer
Nervenerkrankung (z.B. Mor
ton Neuralg
ie), da eine
verbesserte Durchblutung auch den Nervenzellstoffwechsel optimiert. Nach
neueren Erkenntnissen vermag eine solche intensive Blockadebehandlung auch
das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.
Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
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Aktualisiert: 23.05.2006
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