Fußschmerz
  Schmerz / Schmerzen in der Fersenregion

Ein Fu ß besteht aus
  1. Zehen,
  2. Mittelfuß und
  3. Fußwurzel

Schmerzen können in allen drei Abschnitten auftreten oder auch alle drei Anteile betreffen.

 

Neben dem "normalen" Fu ß gibt es noch zwei interessante Varianten:

  1. Der griechische Fu ß - dabei ist die 1. Zehe kürzer als die 2., aber länger als die 3. - und

  2. der chinesische Fu ß, dieser ist durch frühkindliche Bandagierung verformt ist, in dem die die Zehen  2 - 5 extrem sohlenwärts gebogen sind. Die Variante führt in späteren Jahren häufig zu einem chronischen Fußschmerz.

Die häufigste (harmlose) Ursache für einen Fußschmerz ist sicherlich ein Senkfuß (= Abflachung des Fu ßlängsgewölbes), Spreizfuß (= Fu ßfehlform mit Einsinken des Fu ßquergewölbes) oder der Sen k-Spreizfuß. Die Behandlung besteht in einer Verordnung entsprechender Schuheinlagen.

Fußschmerz in der Fersenregion hervorgerufen durch einen Fersensporn:

Als hinterer Fersensporn wird ein dornartiger Knochen auswuchs (Exostose) am bzw. vor dem Achillessehne nansatz bezeichnet; für den oberen Fersensporn verwendet man den Begriff "Haglund Ferse" (Haglund-Exostose oder auch Hohe Ferse). Beim unteren Fersenspor n (auch plantarer Fersensporn (= die Fußsohle betreffender) genannt) befindet sich die Exos tose an der Unterseite des Tuber calcanei (= Fersenbein höcker). Dann gibt es noch den "Aponeurosensporn" (= Sporn an einer Sehnen platte) am Ursprung der kleinen Fu ß muskeln und weiter vorne den "Ligamentsporn" (= Sporn an einem Gewebsband) als Überlastungsschaden infolge Senkung des Fu ßgewölbes.

Weitere möglichen Ursachen für einen Fußschmerz in der Fersen region: 

Patienten mit einem Fußschmerz kommen meist erst zum Schmerztherapeuten, wenn ein chirurgischer Behandlungsversuch (z.B. Abtragung der Exostose (= Knochenauswuchs)) oder eine Behandlung mit Röntgenstrahlen keine Schmerzlinderung brachte.
Manchmal ist in diesen Fällen eine deutliche Besserung durch die Iontophorese
(= Einbringen eines Arzneimittels durch die Haut mittels elektrischem Strom) (z.B. mit Diclofenac) zu erzielen. Auch eine Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) kann hilfreich sein.
Mit der
therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) kann das Schmerzproblem oft erfolgreich gelöst werden. Die Infiltration mit einem Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) (auch mit Kortikoidzusatz) ist allerdings relativ schmerzhaft und eignet sich deshalb kaum zur serienmäßigen, wiederholten Anwendung.
Besser sind wiederholte Blockaden des N. ischiadicus, in hartnäckigen Fällen optimal kontinuierlich mit Katheter (*siehe unten).

Bei der sog. Achillodynie handelt es sich um vor allem bei Belastung des Beine s auftretende Fußschmerzen im Fersenbereich, wobei die Ach illessehne und der darunter liegende Schleimbeutel beteiligt sind,  z.B. bei Periostitis calcanei (= Knochenhautentzündung des Fersenbeins) oder Achillobursit is (= En tzündung des Schleimbeutels zwischen  Fersenbei n und Achilless ehne) als Unfallfolge.

(Hinteres) Tarsaltunnel-Syndrom
Dorsal (= hinter) und kaudal (= unterhalb) des Fu ßinnenknöchels verläuft der Nerv  tibialis posterior in einem Kanal (Ta rsaltunnel), bedeckt vom Retinaculum musculorum flexorum (= ein Halteband). Ein örtlicher Kompressionsschaden des Nervs führt zum Tarsaltunnelsyndrom.
Neben Fußschmerzen und Parästhesien
(= Mißempfindungen) im Bereich der (eher hinteren) Fußsohle, vor allem beim Gehen und nachts, kommt es im weiteren Verlauf auch zu sensiblen (= die Empfindung betreffende) und motorischen (= die Muskeltätigkeit betreffende) Ausfällen. In typischer Weise besteht ein Druckschmerz hinter dem Malleolus (= Fu ßknöchel)
.
Therapie: Druckentlastung, operative Spaltung des Retinaculums (= Halteband) oder auch operative Neurolyse (= Nerven freilegung).
Verbleibt dennoch weiterhin ein Fußschmerz (chronischer) sind im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) wiederholte Blockaden des Nervus ischiadicus hilfreich, optimal kontinuierlich mit Katheter (*siehe unten).

(Vorderes) Tarsaltunnels yndrom
Es handelt sich um ein Kompressionssyndrom, genauer gesagt um ein Nervenkompressionssyndrom (= durch Druck, Einengung entstandene Krankheitszeichen) des Nervus peroneus profundus. Dieser Nerv zieht unter dem Muskel extensor digitorum longus in die Tiefe des Streckerfaches und gelangt am oberen Sprunggelenk auf den Fußrücken und wird hier vom Ligamentum cruciatum (= Kreuzband am Fu ßrücken) bedeckt. 
Eine Kompression
(= Druck, Einengung)
in diesem Bereich (z.B. durch enges Schuhwerk) führt zu Schmerzen am Fu ßrücken. In typischer Weise verstärken sich die Schmerzen bei Druck auf das Ligamentum.
Therapie: Druckentlastung
Bei einem persistierenden
(= weiter bestehenden) Fußschmerz sind ebenfalls wiederholte Blockaden des Nervus ischiadicus hilfreich, optimal kontinuierlich mit Katheter (*siehe unten).

Bei der Morton Neuralgie handelt es sich um ein Kompressionss yndrom (= ein Krankheitszeichen, das durch mechanischen Druck entsteht) der Plantarnerven (Nn. plantaris medialis et lateralis) (= Nerven im Bereich der vorderen Fußs ohle).
Beklagt werden vorwiegend brennende, teilweise anfallsartig auftretende Fußschmerzen im Bereich der vorderen Mittelfuß
knochen mit Ausstrahlung in die Nachbar zehe n. Druck auf die (mehr vordere) Fu ßsohle wirkt schmerzauslösend bzw. deutlich schmerzverstärkend. 
Ursächlich ist eine durch mechanischem Druck verursachte Nervenreizung, hpts. bei Sen k-/Sp reizfuß. Dabei kommt es zu einer spindelförmigen Auftreibung der beteiligten Nerven, hervorgerufen durch eine Fibrose (= krankhafter Bindegewebsvermehrung infolge einer Durchblutungsstörung) in den beteiligten Blutgefäßen.

Therapie bei Mor ton- Neuralgie: 
Zunächst wird der Orthopäde bei Sen k-/Sp reizfuß geeignete Schuheinlagen verordnen. 
Falls zur Behandlung dieser Metatarsalgie die Verordnung von Schmerzmitteln notwendig wird, können sog. nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) versucht werden, möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint bei dieser Wirkstoffgruppe das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöht zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Zusätzlich Keltican® (= ein Mittel, das Nervenschäden z.T. wieder regenerieren kann). 
Bei eher anfallsartigen Beschwerdecharakter im Sinne einer echten Neuralgie ist die Verordnung eines Antikonvulsivums (= ein Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei anfallsartigen Fußschmerzen wirksam) angezeigt. Das Mittel der Wahl ist Carbamazepin (z.B. Tegretal®), öfters sind Gabapentin (Neurontin®) oder Pregabalin (Lyrica®) besser wirksam. Die Kombination mit Baclofen (z.B. Lioresal®) hilft Carbamazepin oder Gabapentin bzw. Pregabalin einzusparen.
Leider erweist sich die Mor ton-Neuralg ie trotz dieser Maßnahmen bisweilen als sehr hartnäckig. In diesen Fällen ist die
therapeutische Lokalanästhesie in Form von wiederholten Betäubungen des Nervus tibialis (zwischen Innenknöchel und Ach illessehne) mit jeweils 2-3 ml z.B. Bupivacain 0,25-0,5% hilfreich. 
Bei weiter bestehenden, chronische n Fußschmerzen kommt bei der Mor ton-Neuralg ie als nächst höhere Therapiestufe die kontinuierliche Blockade des Ischias nervs (= dieser Nerv versorgt auch die Fußs ohle) mit Katheter (*siehe unten) mit gutem Erfolg zum Einsatz. 

Auch der Morbus Sudeck kann zu einem heftigen Fußschmerz führen.
Zu einem Morbus Sudeck (auch als Sudeck Dystrophie, Sudeck Atrophie oder komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ I bezeichnet) kann es nach jeder Arm - oder Bein verletzungen kommen. Die Pathogenese (= Krankheitsentwicklung) ist unbekannt. Die Patienten klagen über diffuse, heftige und brennende Schmerzen, ähnlich wie bei einer Kausalgie (Komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ II) (= Schmerzen nach Nervenverletzung). Aufgrund der Zirkulationsstörung sind die betroffenen Partien meist bläulich livide verfärbt und ödematös (= aufgequollen) verändert. Beteiligte Gelenk e versteifen. 
Die Art der Gewebsveränderung läßt an eine lokal begrenzte vegetative Entgleisung denken (Debrunner 1988). 
Besonders gravierend ist diese Krankheit im Bereich der Hand, weil sie dort häufig zur Invalidität führt. 
Auf dem Röntgenbild sieht man eine typische, fleckige Osteoporose. Im Bereich der unteren
Extremität tritt die Sudeck Dystrophie bevorzugt im Bereich der Hüfte, des Knie s und des Fu ßes auf.
Weitere Informationen zu dieser Erkrankung erhalten Sie hier: www.sudeck-krankheit.de

Fußschmerz bei Morbus Köhler (Typ I und II)

Der Vollständigkeit halber seien noch die Fußschmerzen bei der Erythromelalgie (auch als Erythermalgie, oder Erythrothermalgie bezeichnet)erwähnt, gekennzeichnet durch brennende, schmerzhafte Sensationen im Bereich der Füße, aber auch Hände. Wärme verstärkt die Beschwerden. Die Schmerzbereiche sind häufig gerötet, teilweise aber auch zyanotisch (= bläulich verfärbt), was dann zu einer Verwechslung mit dem Morbus Raynaud (Raynaud Syndrom, Raynaud Krankheit) führen kann. Manchmal treten auch Ödeme (= krankhafte Flüssigkeitsansammlungen) auf.

* Bei der kontinuierlichen Blockade des Nervus ischiadicus wird ein dünner Kunststoffschlauch von der Oberschenkel rückseite her dicht an den Nerv eingeführt. Die Einpflanzung erfolgt nahezu schmerzfrei durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Nach längerer Therapiedauer (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in den meisten Fällen deutliche Schmerzlinderung, oft aber auch Schmerzfreiheit.
Dieser anhaltende Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Gleiches gilt für auch Schmerzen im Rahmen einer Nervenerkrankung (z.B. Mor ton Neuralg ie), da eine verbesserte Durchblutung auch den Nervenzellstoffwechsel optimiert. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche  intensive Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.


 
 

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Aktualisiert: 23.05.2006 k u
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